Digitale Transformation als Katalysator für Nachhaltigkeit

Simon Bunjamin
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Inhalt

Aller Anfang ist schwer – und langsam!

Als im Rahmen des Konjunktur-Programmes 2020 die Förderung von Elektro-Autos auf bis zu 9.000 EUR angehoben wurde, bin ich schon stark ins Grübeln gekommen. Aber: Trotz der zusätzlichen Subventionen empfand ich die Fragen der Reichweite und öffentlichen Lademöglichkeiten für mich noch immer unzureichend geklärt, da unsere Fahrtstrecken an den Wochenenden regelmäßig an der magischen 300km-Grenze kratzen. Jetzt scheint sich allerdings etwas zu bewegen und die jüngsten Entwicklungen sind vielversprechend – auch wenn wir nach einem längeren Stotterstart des Elektromotors weiterhin noch relativ am Anfang einer Revolution stehen. So ähnlich verhält es sich auch mit der digitalen Transformation in Deutschland. Auch wenn die Digitalisierung immer weiter voranschreitet und sich die Art und der Umfang neuer Anwendungsfälle potenzieren, so befinden wir uns auch hier noch immer relativ am Anfang der digitalen Revolution. Das Potential der Digitalisierung ist noch längst nicht erschöpft und wird teilweise noch nicht erkannt. Denn die Prioritäten und Ziele, die bei der Entwicklung und Umsetzung von Anwendungsfällen gesetzt werden, konzentrieren sich in der Regel noch auf die „klassischen“ und rein quantitativ messbaren Erfolgsfaktoren, wie die Steigerung von Anlagenlaufzeiten, die Kontrolle und Überwachung von einzelnen Maschinen oder die Optimierung von Prozessen. Dabei kann mit der Digitalisierung ein noch höheres und wertvolleres Gut erzielt werden, nämlich die Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit. Und das nicht nur als angenehmer Nebeneffekt.

Digital hat Vorfahrt

Bleiben wir beim Beispiel Elektromobilität. Es ist kein Geheimnis, dass die Anzahl der Ladestationen noch recht überschaubar ist. Und Überschaubarkeit ist das richtige Stichwort. Auch wenn es in städtischen Gebieten langsam immer öfter Parkplätze gibt, die für Elektroautos mit Ladesäulen ausgestattet sind, ist es keine Seltenheit, dass gerade diese Parkplätze unsachgemäß benutzt werden. Entweder parkt ein ganz normales Auto auf dem Stellplatz oder ein Elektroauto, dass zwar an die Ladesäule angeschlossen ist, aber nicht wirklich aufgeladen werden muss bzw. viel länger parkt, als es geladen werden müsste. Der Effekt ist derselbe: Die Ladesäule ist belegt und andere Elektroautofahrer müssen warten und sich einen anderen Stellplatz suchen, notfalls eben auch ohne Lademöglichkeit. Das fördert die Nachhaltigkeit allerdings nicht und schafft kein großes Vertrauen in die ohnehin noch karg ausgebaute Infrastruktur.

Quelle: www.pixabay.com

Abhilfe verspricht hier der Einsatz von digitalen Technologien, die helfen, diese strukturelle Lücke zu verkleinern. Zuerst muss, entweder per Kamera oder Bodensensor, überwacht werden, wann der Parkplatz vor einer Ladesäule belegt ist. Nicht erkennen können die Sensoren allerdings, ob der Parkplatz von einem Elektroauto, einem Hybrid, einem Benziner oder Diesel belegt wird. Erst die Kombination mit den Daten der Ladesäule macht diesen Ansatz rund. Denn erst wenn hier tatsächlich geladen wird, die Ladesäule also nach einem Parkvorgang aktiviert wird, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem parkenden Fahrzeug wirklich um ein Elektrofahrzeug handelt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jedes Fahrzeug, das auf einem für Elektrofahrzeuge vorgesehenem Platz mit Ladesäule parkt, diese aber nicht benutzt, falsch abgestellt wurde. Durch diese Anzeige kann nun jederzeit aus der Ferne überprüft werden, ob die gesonderten Stellplätze ordnungsgemäß genutzt oder zweckentfremdet werden. Und: Autofahrer und Betreiber partizipieren gleichermaßen. Die Autofahrer, die dann über eine mobile Anwendung in Echtzeit überprüfen können, welcher Parkplatz und welche Ladestation frei sind; die Betreiber, indem sie anhand dieser Daten ihr Geschäftsmodell optimieren und beispielsweise eine flexible Tarifstruktur in Nebenzeiten anbieten.

Das Geschäftsmodell der ökologischen Nachhaltigkeit

Jedes Unternehmen ist natürlich darauf angewiesen, Profit zu machen. Allerdings stehen finanzielle Gewinne und ökologische Nachhaltigkeit schon längst nicht mehr in einem unüberbrückbaren Widerspruch. Sowohl in der Lebensmittel- als auch in der Energie- und der Autoindustrie hat die Nachfrage der Kunden dazu geführt, dass immer umweltfreundlichere und nachhaltigere Lösungen und Produkte entwickelt und angeboten werden. Schon jetzt sind Kunden immer öfter dazu bereit, für Nachhaltigkeit auch etwas mehr zu bezahlen. Und der Markt wächst weiter. Nachhaltigkeit wird in absehbarer Zeit nicht mehr nur ein Bonus sondern eine Grundvoraussetzung dafür sein, dass die Mehrheit der Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung überhaupt akzeptiert. Umso wichtiger ist es jetzt schon, bei der Entwicklung von digitalen Projekten und Strategien den Faktor Nachhaltigkeit als ein Primärziel zu behandeln und nicht als positiven Nebeneffekt auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn die Digitalisierung kann beides schaffen, finanzielle Profite erwirtschaften und gleichzeitig einen direkten Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit leisten. Innovative Technologien können ein Katalysator für neue Geschäftsmodelle sein, bei denen mehrere Werte, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft, geschaffen werden. Dadurch amortisieren sich die Investitionen in innovative Technologien sogar noch schneller.

Die Möglichkeiten und Potentiale sind nicht nur, wie beim Beispiel des Parkplatzes für Elektroautos, auf die Smart City begrenzt, sondern lassen sich in unterschiedlichen Industrien finden. In der Agrarwirtschaft unterstützen neue Technologien wie Boden-, Feuchtigkeits- und Wettersensoren Landwirte dabei, der Erde zur richtigen Zeit die richtige Menge an Wasser und Nährstoffen zuzufügen. Auch in der Viehhaltung werden mit Licht- und Temperatursensoren für das Wohlergehen der Tiere gesorgt, darüber hinaus lässt sich auch das individuelle Fressverhalten, der Bewegungsradius und die Körpertemperatur eines Tieres messen. Eine ähnliche Logik wird auch im Gebäudemanagement, der Logistik und sogar der Abfallwirtschaft angewandt, um den Einsatz von Betriebsmitteln bedarfsgerecht zu steuern. Unabhängig vom Einsatzgebiet – die Ergebnisse bleiben dieselben: Ressourcen werden geschont, Kosten gespart, Produkte und Dienstleistungen verbessert, die Kundenzufriedenheit gesteigert, Profite erhöht und neue Vertriebs- und Umsatzmöglichkeiten geschaffen. Digitalisierung und ökologische Nachhaltigkeit entwickeln sich so zu einer unschlagbaren Kombination und stellen eine perfekte Symbiose dar.

Wenn auch Sie erfahren wollen, wie Sie mittels innovativer Technologien ökologische Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in ihr Geschäftsmodell integrieren können, dann melden Sie sich einfach hier bei uns.

Bildquelle: www.pixabay.com

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