Der Wandel der Arbeit im digitalen Zeitalter

Yannick Hoffmann
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Inhalt

Mehr Home als Office?

Vielleicht sitzen Sie ja auch schon wieder im Büro, wenn Sie diesen Artikel lesen? Genauso wie ich – ausnahmsweise mal wieder – in meinem Büro saß, als ich diesen Artikel geschrieben habe. In den letzten Monaten haben die meisten Unternehmen gemerkt, dass Home Office gut funktionieren kann – und in vielen Fällen hat es besser funktioniert als man es sich anfangs vorgestellt hat. Die Befürchtungen, dass die MitarbeiterInnen die Möglichkeit nutzen, um zu Hause nur auf der Couch vor dem Fernseher zu sitzen oder sich den ganzen Tag mit nicht arbeitsrelevanten Aufgaben und Kleinigkeiten beschäftigen, haben sich schnell in Luft aufgelöst, was man sich von den Coronavirus-Aerosolen bisher noch vergeblich gewünscht hatte. Viele berichten sogar davon, dass sie von zu Hause aus besser und effizienter arbeiten konnten. Andere dagegen empfanden das Arbeiten von zu Hause als anstrengender und monierten Verschmelzung vom Beruf und Privatleben, wobei die gewohnte Trennlinie in den eigenen vier Wänden sich immer weiter aufweichte.

Jetzt, wo immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Türen für ihre MitarbeiterInnen langsam wieder öffnen stellt sich die Frage, ob auch die neue digitale Arbeitsuhr zurück auf eine analoge null gestellt wird. Die schwelende Debatte, ob es ein Recht auf Home Office geben soll, hat neuen Wind in ihren Segeln. Viele ArbeitnehmerInnen fordern jetzt aktiv mehr Flexibilität und Mobilität ein, um das Private mit dem Beruflichen noch besser in Einklang bringen zu können. Dabei ist das Arbeiten von zu Hause aus nur ein Vorbote für das, was noch auf ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen zukommen wird. Denn unabhängig von der Corona-Epidemie und deren Folgen hat mit der Digitalisierung eine irreversible Entwicklung eingesetzt, die unsere Arbeitswelt von Grund auf neu strukturiert.

Arbeitsformen und -inhalte im Wandel der Digitalisierung

Der Wandel der Arbeitsprozesse hat neue Arbeitsstrukturen geschaffen, die das gesamte Unternehmen umfassen. Neben der Arbeit von zu Hause aus ist auch ein Großteil der klassischen Arbeit immer weniger physisch, ortsabhängig und teilweise auch zeitabhängig geworden. Maschinen und Roboter übernehmen nicht nur einfache und repetitive Aufgaben, die körperlich besonders belastend sind und daher teil- oder sogar vollautomatisiert werden können, sondern werden immer öfter auch in kritische Arbeitsabläufe eingebunden. So übermitteln Sensoren beispielsweise Daten, entweder in Echtzeit, in ausgewählten Perioden oder sobald vordefinierte Werte unter- oder überschritten werden. Ein/e ServicetechnikerIn muss also nur dann eine Maschine physisch kontrollieren, wenn eine tatsächliche Fehlfunktion gemeldet wird oder sich aufgrund eines Verschleißes oder anderen Anomalien sich ein Fehler anbahnt, sodass eine Reparatur sich nach dem konkreten und tatsächlichen Bedarf richtet. Dadurch wird nicht nur ein quantitativer Wert geschafft, in dem die Ausfallzeiten verringert, die Produktivität erhöht und Wartungszeiten und -kosten gesenkt werden, sondern auch ein qualitativer Wert, da durch die Vermeidung von Ausfällen auch beispielsweise die Arbeits- und Anlagensicherheit erhöht wird.

Darüber hinaus ermöglicht die Digitalisierung noch weitere innovative Arbeitsweisen, die die Arbeitswelt revolutionieren werden. Ein produzierendes Unternehmen kann durch den Einsatz eines digitalen Zwillings beispielsweise bei der Produktentwicklung erheblich an Kosten und Zeit sparen, indem es neue Konfigurationen anhand von realen Werten in einer virtuellen Umgebung testet, bevor es einen physischen Prototypen anfertigt. Damit werden Ihre MitarbeiterInnen nicht nur von Ort und Zeit unabhängig, sondern sind kaum noch auf ein physisches Testobjekt angewiesen. Diese Simulationen können Sie auch zusammen mit Ihrem Kunden durchführen, entweder vor Ort oder virtuell. Bestimmte Prototypen können dann auch mit einem 3D-Drucker angefertigt werden, um das simulierte Model in der Praxis weiter zu testen. Damit verlagert sich teilweise auch die Art der Wertschöpfung durch den/die MitarbeiterIn, weg von der materiell/technischen Produktion hin zu der innovativen Ideengeneration oder dem Kontakt mit bestehenden und potentiellen Kunden.

Anforderungen, Herausforderungen, Lösungen

Wir verfügen also nicht erst seit dem Ausbruch des Corona-Virus über einen digitalen Arbeitsplatz. Und die Vielfalt der Anwendungsszenarien nimmt rasant zu. Neben der technologischen Aufrüstung, die diese Arbeitsformen erst ermöglicht, müssen sich ArbeitgeberInnen in Zukunft zusätzlich darauf einstellen, dass Arbeit nicht nur unabhängig von der Präsenzzeit vor Ort wird, sondern sich auch von den traditionellen und etablierten Arbeitsmodellen der 40-Stunden Woche loslöst und immer flexibler wird, mit weitreichenden Folgen für Ihre Unternehmensstruktur und Arbeitskultur. Unternehmen müssen sich von dem alttradierten Bild lösen, dass ArbeitnehmerInnen nur dann produktiv sind, wenn sie jeden Tag 8 Stunden im Büro sitzen. Grade die Zeit mit Corona hat uns das Gegenteil bewiesen. Produktivität hängt nicht von den Präsenzstunden im Büro ab.

Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen, dass die eigentliche Arbeit bereits früh morgens zu Hause beginnt und auf dem Weg ins Büro fortgesetzt wird, sodass bei der Ankunft im Büro schon ein Teil der To-Do Liste abgehakt werden kann. Und wer hat abends nicht schon mal Emails beantwortet, Präsentationen vorbereitet oder Anträgen den letzten Schliff gegeben? Durch diese neue Flexibilität kann das private und berufliche Leben besser unter einen Hut gebracht und miteinander vereinbart werden. Zu jeder Zeit und an jedem Ort arbeiten zu können, bedeutet nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort arbeiten zu müssen. Es wird auch in Zukunft noch eine Vielzahl an MitarbeiterInnen geben, deren Präsenz vor Ort fast alternativlos ist. Genauso wie es heute MitarbeiterInnen gibt, die sich für das Home Office einsetzen, gibt es Kollegen, die nicht dauerhaft von zu Hause aus arbeiten können, wenn ihnen beispielsweise ein angemessenes und separates Arbeitszimmer fehlt. Arbeitgeber stehen also in der Pflicht, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und ArbeitnehmerInnen die beste Grundlage zu schaffen, damit sie ihre Arbeit auch effizient erledigen können.

Digital arbeiten heißt aber nicht, dass Menschen nur noch mit Maschinen oder am Computer arbeiten. Hinter jedem Computer sitzt letztendlich immer noch ein Mensch, der auch weiterhin auf den direkten Kontakt mit Kollegen und Kolleginnen angewiesen ist, um auf neue Ideen kommen, neue Wege finden und als Team gemeinsam stärker werden. Sie wollen mehr erfahren, wie Sie Ihre Arbeitsplätze und -prozesse oder Ihre Maschinen und Anlagen digitalisieren und den kulturellen Wandel aktiv gestalten können, um so für aktuelle und zukünftige ArbeitnehmerInnen noch attraktiver zu werden? Dann melden Sie sich einfach hier bei uns, wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Foto von Vlada Karpovich.

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