Smart City, Smart Town, Smart Region - was ist was?

Das Thema Digitalisierung ist schon lange nicht mehr nur für Großstädte brandaktuell. Auch kleine Städte und ländliche Regionen können von dem smarten Einsatz moderner Technologien profitieren. Damit Sie hierbei den Überblick behalten, haben wir die drei Begrifflichkeiten kurz erklärt und ein paar Beispiele zusammengestellt.

 

1. Smart City

Smart City ist der bekannteste Begriff für einen modernen und digitalisierten Lebensraum. Er bezeichnet eine Großstadt, die moderne Technologien wie Vernetzung und Daten nutzt, um auftretende Probleme zu lösen und ein bewohner- und umweltfreundliches Umfeld zu schaffen. Die großen Themen für Smart Cities sind:

  • Verkehrsoptimierung
  • Energieeffizienz und -management
  • Umwelt- und Ressourcenschonung
  • Sicherheit

Wie genau sieht das nun in der Praxis aus?

Ein gerne genanntes Beispiel ist der Einsatz der intelligenten Straßenbeleuchtung Smart Lights. Diese vielseitig einsetzbare Technologie kann eine Menge Energie und Kosten einsparen und das Leben der Bewohner verbessern. So lassen sich durch das Umrüsten auf Smart Lights die Wartungskosten der Straßenbeleuchtung rapide senken, da auftretende Probleme automatisch gemeldet werden. 

Aber sie können noch viel mehr. Einige Großstädte haben ein großes Problem mit knappen Parkplätzen und verstopften Straßen. Das Anschließen eines Sensors an die intelligente Straßenbeleuchtung, der jeden Parkplatz erfasst, kann zum Aufbau eines präzisen Parkleitsystems genutzt werden und den Verkehr entlasten. Und auch zur Sicherheit der Stadtbewohner können Smart Lights beitragen. So können Sensoren beispielsweise eine ungewöhnliche Personenmenge an einem Platz erkennen und melden, bevor etwas passiert.

Ein weiteres großes Thema für Smart Cities ist die Umwelt- und Ressourcenschonung. Nehmen wir hierzu die Müllentsorgung als Beispiel. Wo viele Menschen leben, füllen sich auch die Mülleimer im Handumdrehen. Die Stadtverwaltung muss sich beeilen, um hier hinterherzukommen. Das Ausstatten der städtischen Mülltonnen mit Sensoren zur Messung des Füllstandes hilft dabei, die optimale Route der Müllwagen zu planen. So können volle Behälter rechtzeitig geleert und unnötige Umwege vermieden werden.

 

Die effiziente Energienutzung sowie eine Steigerung der Lebensqualität der Bewohner sind aber bei weitem nicht nur Themen, die für Großstädte interessant sind. Das bringt uns zum nächsten Begriff:

 

2. Smart Town

 

Bei Smart Towns geht es um eine kleinere Städte und Gemeinden. Die Problemstellungen sind teilweise gleich, teilweise völlig anders als in einer Smart City. Doch auch hier kann die Digitalisierung viel für Effizienz in der Verwaltung und Verbesserung der wirtschaftlichen Situation sowie der Lebensqualität verschiedener Gruppen von Bürgern tun. Zentrale Themen für Smart Towns sind:

  • Mobilität der Bewohner und öffentlicher Nachverkehr
  • Landwirtschaft (Smart Farming)
  • Energieeffizienz und Kosteneinsparungen
  • Umwelt- und Ressourcenschonung

Der öffentliche Nahverkehr ist in ländlichen Regionen und kleineren Städten oft nicht flexibel oder häufig genug, um den Bedarf der Bewohner abzudecken. Damit die Bürger dennoch bequem und zuverlässig von A nach B kommen, bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten. So können zum Beispiel im Rahmen einer App lokale Mitfahrgelegenheiten besser organisiert werden. Des Weiteren sind E-Bike Stationen und Bike-Sharing gute Optionen, um den Bewohnern zu mehr Mobilität zu verhelfen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Aber es geht weiter:

Der kleine Kurort Bad Birnbach in Niederbayern testet aktuell im Rahmen eines Projektes der Deutschen Bahn eine autonome Busverbindung. Der selbstfahrende Bus pendelt zwischen Bahnhof und Ortszentrum und kann bis zu sechs Passagiere transportieren. Diese Shuttles sollen vor allem im ländlichen Raum eingesetzt werden und künftig ihre Route den Wünschen der Fahrgäste anpassen können. So können die Fahrgäste dann zum Beispiel vom Bahnhof direkt bis vor die Haustür gefahren werden. Das Shuttle kann 24 Stunden am Tag eingesetzt werden und hat niedrige Betriebskosten.

 

3. Smart Region

 

Wenn sich eine Gruppe kleinerer Städte und Dörfer für Digitalisierungsprojekte zusammenschließt, spricht man von einer Smart Region. Ziele sind oft

  • Die Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeite
  • Eine nachhaltige ökonomische und ökologische Entwicklung
  • Eine Verbesserung der Vernetzung und Mobilität
  • Die Erhaltung und Steigerung der regionalen Lebensqualität

Ein Beispiel ist der Zusammenschluss mehrerer Smart Towns zum Ausbau des regionalen Glasfasernetzes. Durch den Anschluss von Schulen und anderen Einrichtungen an das Netz wird hier der Grundstein für das digitale Arbeiten, Lernen und Leben gelegt.

Auch durch die gemeinsame Nutzung von Daten gibt es viele Möglichkeiten, das Leben der Bewohner einer Region einfacher und angenehmer zu gestalten. Nehmen wir das Beispiel öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Wenn die Betreiber des ÖPNV ihre aktuellen Daten über die Fahrtenrouten und Geschwindigkeiten ins Netz stellen und aufeinander abstimmen, kann der Bürger gemütlich zu Hause warten, da er genau sieht, wo der Bus gerade ist. Es entfällt das lange Warten an der Haltestelle auf einen Bus, der im Stau steht. 

 

Die Digitalisierung bietet also Chancen für ländliche Regionen und kleinere Städte genauso wie für Großstädte. Die Lösungen sind allerdings nicht immer die gleichen, sondern müssen individuell priorisiert werden. 

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