Regulierung einhalten und Qualität sichern: Internet of Things für Pharma- und Kühlketten-Transporte

Wie stellen Sie heute sicher, dass Sie Ihre empfindlichen Güter gemäß Good Distribution Practice (GDP) transportieren? Hat bei Ihnen schonmal ein Kunde die Annahme verweigert, weil bei der Kontrolle am Endpunkt die Temperatur zu hoch lag? Ist Ware zerbrochen, aber Sie können nicht nachweisen, dass es beim Transport passiert ist? Ist mal ein Paket auf dem Gehweg stehengeblieben? Das Internet of Things (IoT) kann helfen.

Die meisten Unternehmen überwachen ihre Kühlketten- oder Pharma-Transporte punktuell, um den Vorschriften zu genügen. Temperatur, Feuchtigkeit etc. werden vor allem an Übergabepunkten gemessen. Aber was ist dazwischen mit der Ware geschehen? Stand sie stundenlang in der Sonne und wurde erst danach wieder gekühlt? Sind die Sachen zwischendrin auf den Boden gefallen? Ist etwas verloren gegangen? Von den meisten Ereignissen werden Sie nie erfahren. Wenn Sie aber am Ende der Lieferkette feststellen, dass etwas nicht stimmt, ist es zu spät – ein Verlust ist entstanden. Im schlimmsten Fall ist die ganze Charge nicht verwendbar und muss abgeschrieben werden.

Wenn jedoch alle Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen, wissen Sie ganz genau, was wann mit Ihrer Ware passiert.

 

Und so funktioniert's:

Sämtliche Güter und Transportmittel entlang der gesamten Logistik-Kette werden mit Sensoren ausgestattet und vernetzt. Diese senden Ihnen dann in Echtzeit Informationen zu. Somit können Sie jederzeit sehen:

  • Wo sich Ihre Ware befindet
  • In welchem Zustand sie sich befindet und welchen Umgebungen sie ausgesetzt ist, z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, Druck
  • Ob es Über- oder Unterschreitungen kritischer Werte gibt oder
  • Ob jemand unerlaubte Manipulationen vornimmt

Alle Daten werden kontinuierlich aufgezeichnet und solange Sie möchten gespeichert. Das ermöglicht Ihnen:

  • Einzugreifen bevor es zu spät ist, z.B. indem Sie den Fahrer anrufen
  • Die vollständige Logistik-Kette inklusive Temperatur-, Feuchtigkeits-, und anderer Umgebungsparameter jedes Pakets zu dokumentieren
  • Die Vermeidung von Fehl-Lieferungen
  • Eine Verhinderung von Diebstählen
  • Das Einhalten branchenrelevanter Vorschriften
  • Nachzuweisen, wo Fehler passiert sind
  • Die Lieferkette und die genutzten Transportunternehmen auf Basis der Daten zu optimieren

Lösungsbeispiel

Ein Transport ist in 30 Pakete aufgeteilt, die auf zwei Paletten stehen. Jedes Paket erhält einen kleinen multifunktionalen Sensor. An jede Palette wird ein Mobilfunk-Modul mit GPS Tracker und weiteren Sensoren angebracht. Die Sensoren überwachen alle relevanten Daten, Fallhöhen, Temperatur, Manipulation etc. Die beiden Mobilfunk-Module sammeln und senden Daten in vorher festgelegten Intervallen, und wenn es Grund für Alarm gibt.

 

Die Paletten mit den Paketen werden vom LKW des Transportdienstleisters abgeholt. Sie melden kontinuierlich die Temperatur im LKW. Der Reifen platzt, und der Fahrer muss ungeplant Pause machen. Die Temperatur im LKW erhöht sich um 1°C. Sie erhalten eine SMS mit einem Alarm. Sie rufen das Transportunternehmen an und fragen, was los ist. Dort erfahren Sie, dass bereits ein Ersatz-LKW unterwegs ist, um die Ware zu übernehmen. Eine halbe Stunde später sehen Sie auf der Karte, dass die Ware wieder unterwegs ist und bekommen eine Meldung, dass die Temperatur wieder um 1°C gesunken ist. Der kritische Temperaturbereich wurde nicht erreicht.

 

Im Zwischenlager werden die beiden Paletten getrennt und mit unterschiedlichen LKW zum Flughafen gebracht. Der eine LKW bleibt im Stau stecken und erreicht den Flughafen nicht rechtzeitig. Sie erhalten wieder einen Alarm, dass die Route nicht mit den Zeitvorgaben eingehalten wurde. Sie rufen den Kunden in den USA an und entschuldigen sich im Voraus dafür, dass ein Teil der Ware später eintrifft als erwartet. Ersatz-Kapazität im nächsten Flieger wird von Ihrem Logistik-Dienstleister gebucht, ebenso wie Ersatztransport in den USA.

 

Am Flughafen fällt ein Paket von der Palette, aus 1m Höhe. Sie erhalten sofort einen Alarm, genauso wie der zuständige Logistiker. Er lässt das Paket wieder einsammeln, prüft auf äußerliche Schäden und befestigt es richtig auf der Palette.

 

Im Flugzeug beim Start schaltet das Mobilfunk-Modul automatisch in den Flugmodus. Damit ist es IATA konform. Die Daten werden weiter gesammelt und nach der Landung sofort übertragen.

 

Nach der Landung steht die zweite Palette mehrere Stunden auf dem Rollfeld, entgegen der Vereinbarung mit dem Logistikdienstleister. Die Temperatur überschreitet den zulässigen Bereich. Sie können nachweisen, wann und wo das passiert ist und entsprechende finanzielle Kompensation fordern.

 

Gerade für internationale Transporte ist eine solche Lösung extrem nützlich. Wir helfen Ihnen gerne bei der Implementierung.

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