Digitalisierung der Bildung - wie und warum

Auch in der Bildung können die voranschreitende Digitalisierung und moderne Technologien vieles bewegen. So bieten sich neue Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht und die Vorbereitung der Schüler auf das digitale Arbeiten.

 

Wir haben für Sie die digitalen Möglichkeiten im Bildungsbereich und deren Vorteile zusammengefasst.

 

Digitalisierung im Unterricht

Kreidetafeln und Papierstapel sind leider noch alltäglich, dabei bieten moderne Technologien dem Unterricht ganz neue Optionen.

 

An einigen Schulen bereits im Einsatz ist das Smartboard. Das ist eine Art digitale Tafel, mit der Schüler und Lehrer ganz einfach mit Multimedia-Inhalten arbeiten können. Das Smartboard ist viel mehr als einfach nur ein Projektor oder Beamer, weil es mit speziellen Stiften auch interaktiv ist. Das macht zum einen viel mehr Spaß als die Kreide auf der quietschenden Tafel, zum anderen bietet das Smartboard ganz neue Darstellungsmöglichkeiten für Lerninhalte. Beispielsweise kann im Erdkundeunterricht ein Globus mit einer Zoomfunktion auf einzelne Länder und Verzweigung in verschiedene Informationsbereiche dargestellt werden. Und auch Lehrvideos kann das Smartboard abspielen, so dass kein extra Bildschirm mehr besorgt werden muss. Obendrein können mit dem Smartboard erstellte Inhalte gespeichert und sofort an die Schüler weitergegeben werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die intelligente Lernsoftware. Nehmen wir hierzu als Beispiel den Mathematikunterricht. Sehr häufig sind die Schüler eines Jahrgangs auf sehr unterschiedlichen Leveln. Durch den Einsatz einer intelligenten Lernsoftware wird der Kenntnisstand der Schüler analysiert. Daraufhin können alle Schüler gemäß ihren Stärken und Schwächen individuell gefördert werden. Niemand bleibt zurück oder langweilt sich.

 

Durch digitale Lernmaterialien lässt sich auch das Konzept des Unterrichts wortwörtlich auf den Kopf stellen. Die Rede ist hierbei vom Flipped-Classroom, zu Deutsch umgedrehter Unterricht. Beim traditionellen Unterricht wird zuerst in einer Unterrichtsstunde durch einen Lehrvortrag das Wissen vermittelt. Anschließend folgt die Nachbereitung durch Hausaufgaben. Bei dieser Vorgehensweise bleibt den Lehrern oft nicht genug Zeit zur Interaktion mit den Schülern. Die Folge sind offengebliebene Fragen bei der Nacharbeitung und nicht mit genug Sorgfalt gemachte Hausaufgaben. Der umgedrehte Unterricht hingegen startet mit der Vorbereitung der Schüler auf die nächste Unterrichtsstunde anhand digitaler Lernmaterialien. Diese Materialien unterstützen die Schüler durch Hilfestellungen bei der Vorbereitung. Im zweiten Schritt folgt dann in der Unterrichtsstunde die Besprechung mit der Lehrkraft. Dadurch, dass die Schüler sich schon mit den Inhalten auseinandergesetzt haben, bleibt nun im Unterricht viel mehr Zeit für den Austausch.  Eine Studie der Clintiondale Highschool in den USA zeigt, dass durch den Einsatz des Flipped-Classroom die Durchfallquote in Englischtests von 52% auf 19% innerhalb von zwei Jahren reduziert werden konnte.

 

2. Vernetzung

Vernetzt man zum Beispiel eine Schule mit lokalen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Museen etc., bieten sich auf einmal ganz neue Ressourcen, die sich die Lehrer zunutze machen können, um praxisorientiert zu unterrichten. So kann beispielsweise im Rahmen eines Geschichtsprojektes ortsunabhängig mit einem Museum zusammengearbeitet werden. Hierbei wäre eine virtuelle Führung durch ein Museum, das für einen Klassenausflug viel zu weit entfernt ist, und der Austausch von Infomaterial möglich. Also ich wäre als Kind gerne virtuell im British Museum gewesen...

 

Und wir gehen noch einen Schritt weiter. Stellen sie sich vor, Lehrer könnten ihre Unterlagen und Kenntnisse ganz einfach bundesweit miteinander teilen. Oder Aufgaben und Lösungen mit ihren Schülern jederzeit und strukturiert austauschen. Das ist keine Wunschvorstellung, sondern ein Projekt des Hasso-Platter-Instituts namens Schul-Cloud. Aktuell nehmen knapp 300 Schulen hieran teil. Sinn und Zweck ist die Schaffung einer technischen Grundlage zur Verwendung moderner digitaler Lehr- und Lerninhalte in jedem Unterrichtsfach. Durch die Bedienung per Internetbrowser entfällt die aufwändige Installation von Software auf einzelnen Endgeräten der Nutzer. Das ermöglicht einen spontanen und bedarfsgerechten Einsatz in jedem beliebigen Unterrichtsfach.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Mehr Infos zur Schul-Cloud finden Sie hier.

 

Ein ganz einfacher Vorteil von digitalen Materialien und Vernetzung ist, dass die Kinder nicht mehr so viele schwere Bücher und Ordner durch die Gegend schleppen müssen. Das ist gut für ihren Rücken. Die digitalen Inhalte können überall und auf jedem Endgerät zur Verfügung gestellt werden.

 

3. Die digitale Welt verstehen

Das vermitteln von Elektronik- und Programmierkenntnissen an die Schüler ist heutzutage enorm wichtig. Denn digitale Kompetenzen sind am heutigen Arbeitsplatz nicht mehr wegzudenken, und es ist wichtig, dass die Kinder die Grundlagen der Geräte und der Technik verstehen, die sie tagtäglich nutzen. Hierzu gibt es zahlreiche Programme und Baukästen, die die Schüler spielerisch mit dem Thema in Berührung bringen. Zwei davon wollen wir ihnen kurz vorstellen.

 

A) Littlebits

Dieser Baukasten ermöglicht den Schülern ein spielerisches Experimentieren mit elektronischen Bausteinen. Das Konzept eignet sich ideal dazu, die Schüler an das Thema Elektronik heranzuführen. Durch farblich je nach Funktion gestaltete Module („Bits“), können Schaltungen und Stromkreisläufe erstellt werden, und das ohne Löten und Verkabeln. Und da sich die Bits durch Magnete wie Lego-Steinchen zusammenstecken lassen, ist ein fehlerhaftes Zusammenbauen unmöglich. Von einfachen Schaltkreisen bis hin zu Robotern und E-Gitarren sind dabei keine Grenzen gesetzt. Obendrein können Lehrer per App den Schülern gezielte Anleitungen geben.

 

B) Calliope Mini

Hierbei handelt es sich um einen Mini-Computer, der sich perfekt zur Vermittlung der Informatikgrundkenntnisse an Schüler eignet. Angeschlossen an den Computer per USB Kabel kann er dann durch Bausteine programmiert werden. Ausgestattet ist der Calliope Mini mit 25 Roten LEDs, zwei programmierbaren Buttons, einem Lage- und Bewegungssensor, einem Kompass, Bluetooth und Funk. Damit können sowohl Roboter gebaut, als auch Nachrichten übermittelt werden. Durch seine einfache Bedienung ist er perfekt für Lehrer ohne Programmierkenntnisse geeignet. Außerdem gibt es im Internet bereits eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien, die zum Download bereitstehen.

Neugierig geworden? 

 

Hier finden Sie eine Liste von Erfindungen, die Schüler mit Littlebits entwickelt haben.

 

Hier geht es zum Calliope Mini Computer.

 

Die Vorteile für die Bildung

Und hier noch einmal kurz und kompakt für Sie die Vorteile der Digitalisierung für die Bildung:

  • Neue und interaktive Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht
  • Besserer Austausch der Lehrkräfte untereinander
  • Bessere Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern
  • Vorbereitung der Schüler auf die digitale Welt
  • Kein Bücherschleppen

Wie Sie sehen, gibt es eine Menge Anwendungsmöglichkeiten für digitale Lösungen im Bildungsbereich, die sowohl Lehrern als auch Schülern viele Vorteile bringen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie wir diese bei Ihnen einsetzen können.

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